Ein weiteres tolles WordPress-Blog
5 Sep
Wow, kaum habe ich vorgestern den Artikel über Googles neuen Browser Chrome veröffentlicht, finden sich schon die ersten Suchanfragen nach Google Chrome Bugfix. Das ist schon erstaunlich. Es gab auch einige Treffer unter “chrome import firefox nicht möglich”. Was ist da los? Ist der neue Wurf von Google dich nicht so elegant wie es am Anfang ausgesehen hat?
Das generelle Feedback im Web ist auch mehr verhalten als freudig. Insgesamt scheint die Leute inzwischen sehr skeptisch zu sein was Produkte von Google angeht. Die Angst wächst dass Google mit seinen Produkten die Kontrolle über die Informationen im Web erreichen könnte und dies dann eines Tages ausnutzen könnte. Auf der einen Seite ist es toll all diese Dinge geschenkt zu bekommen. Seien wir doch ehrlich, Es ist wie Weihnachten. Die Suchmaschine Google hilft uns im Alltag die Informationen zu finden die wir brauchen, GMail liefert und unsere Post, der Google Kalender verwaltet unsere Termine, GoogleMaps zeigt uns wo wir hin müssen, Picasa sortiert unsere Bilder, bei Blogger erzählen wir unsere Geschichten und die ganzen netten Helferlein wie Google Analytics, Google Webmaster-Tools, Google Labs, Google KeywordTool und vieles mehr helfen uns Webmastern einen besseren Job zu machen. Da kommt ganz schön was zusammen und dabei habe ich noch nicht mal alle aufgezählt. Und jetzt auch noch ein Browser?
Obwohl der Erfolg von Google ausschließlich auf der freiwilligen Benutzung durch die Besucher abhängt, regt sich inzwischen doch deutlicher Widerstand. Der immer weiter um sich greifende Internetgigant scheint, obgleich er uns jeden Tag beschenkt, immer mehr auf den Widerwillen seiner Benutzer zu stoßen. Da muss doch ein Haken sein, vermuten viele. Hat man sich doch jahrzehntelang über die aggressive Marketing-Strategie und Machtgier von Microsoft beklagt und die gehassten Produkte trotzdem jeden Tage brav weiter verwendet, müssten doch eigentlich nun alle vor Freude in die Hände klatschen. Endlich spuckt denen mal jemand in die Suppe! Doch was ist uns diese neuerliche Freiheit wert wenn wir sie am Ende mit der Offenlegung unseres persönlichen Handelns, unseren geheimen Wünschen, Verlangen und Interessen bezahlen müssen? Wir vertrauen Google Dinge an die wir nicht einmal unseren besten Freunden erzählen würden. Google sieht alles, Google weiß alles, Google kennt jeden ganz genau, vielleicht manchmal sogar genauer als wir uns selbst?
Das macht den Menschen Angst. Plötzlich ist die Freiheit nicht mehr so schön wie zuvor angenommen. Man fühlt sich ausgesetzt, durchschaut und verfolgt. Aber ist es wirklich dass was Google will? Nehmen sie vielleicht morgen die Maske ab und dahinter steckt ein neues Microsoft. Sicherheit ist der Preis für Freiheit – das war schon immer so. Microsoft gab uns eine gewisse Sicherheit, wir mochten sie nicht aber man kannte sich aus. Google gibt uns Freiheit aber trotzdem wächst das Mistrauen – Wir sind also den Teufel los, aber an wen haben wir unsere Seele verkauft?
Unter dem Strich würde ich sagen – es wir nie so heiß gegessen wie gekocht wird. Es gibt stetig neue Trends, und Google wird auch an diesen gemessen werden. Google hat keinen Freifahrschein. Google ist abhängig von seinen Benutzern. Machen sie keinen guten Job mehr werden die Benutzer wo anderes hin gehen. Man darf nicht vergessen das es genau diese Tatsache ist die Google erfolgreich gemacht hat. Bill Gates hat mit aller Macht und viel Geld versucht sich in diesen Markt einzukaufen. Es ist ihm bis jetzt nicht gelungen.
Die Eigenbestimmung der Benutzer ist es was Google groß gemacht hat. Und Google sollte nicht vergessen dass diese Eigenbestimmung Google auch schnell zu Fall bringen kann. Wir füttern Google und dafür füttert Google uns. Das ist eine Symbiose – wird der Symbiont zum Schmarotzer stirbt der Wirt vielleicht oder schüttelt den Schmarotzer ab. Hin und wieder ist es vielleicht gut ein wenig vertrauen zu haben. Ansonsten gibt es genug Alternativen – man muss sie nur ergreifen.
3 Sep
Es ist soweit, die Browser-Landschaft ist wieder um einen neuen Mitspieler reicher. Google hat seinen eigenen Browser heraus gebracht. Gestern um 21 Uhr wurde Google Chrome, so nennt sich Googles neues Produkt der Öffentlichkeit präsentiert. Nun stellt sich jedoch die Frage was Google damit bezweckt? Hat man doch gerade noch Mozilla bei der Verbreitung des allseits immer beliebter werdenden Browsers FireFox maßgeblich unterstützt, so wirkt die Herausgabe eines eigenen Browser fast wie ein Dolchstoß des eigenen Bruders. Ist Chrome einen Konkurrenz für FireFox? Oder belebt Konkurrenz einfach nur das Geschäft? Diese Frage wird sich wohl erst in den kommenden Monaten klären lassen.
Der erste Eindruck ist jedenfalls schon mal ganz gut. Wie immer verzichtet Google auf alles Überflüssige und reduziert das Interface auf das Wesentliche. Die Erscheinung ist sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, nachdem sämtliche für Windows-Benutzer bekannten Dinge wie z.B. Menüleiste komplett wegfallen bzw. in den Hintergrund verbannt werden. Aber das kann dem Benutzer ja nur recht sein.
Die Installation läuft reibungslos, Einstellungen und Favoriten können mühelos von FireFox importiert werden und so macht der Start jedenfalls schon mal Spaß. Was auch gefällt ist, dass Google das installierte Programm nicht, wie z.B. Microsoft bei der Installation oder beim Upgrade, sofort als bevorzugten Browser installiert. “Don’t be evil” – Google hält sich an seine Versprechen.
Eine Begrüßungsseite auf der die zuletzt und häufigste besuchten Seiten mit kleinen Vorschaubildern angezeigt werden macht den Einstieg einfacher und übersichtlich. Was dann auffällt ist die Geschwindigkeit. Dachten wir doch alle FireFox3 hätte mit der Geschwindigkeit beim surfen neue Maßstäbe gesetzt, so muss man beim neuen Google Chrome seinen Hut festhalten. Das ist wirklich beeindruckend.
Wie die Taktik jedes Fenster in einem eigenen Prozess die Rechnerleistung unserer PC’s in Anspruch nimmt bleibt abzuwarten. Die Idee bei einer hängenden Seite nicht den ganzen Browser neu starten zu müssen klingt jedenfalls vielversprechend und wird gerade in Entwicklerkreisen auf offene Ohren stoßen. Im selben Atemzug wird es dann aber auch gleich die Rufe nach Entwicklerwerkzeugen und einem Debugger wie FireBug geben. Aber wie wir Google kennen werden diese nicht lange auf sich warten lassen.
Was der neue Browser bringt und ob er die Internetlandschaft nachhaltig verändert wird sich wohl erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Es bleibt auf jeden Fall spannend.
Forget Internet Explorer!