Wow, kaum habe ich vorgestern den Artikel über Googles neuen Browser Chrome veröffentlicht, finden sich schon die ersten Suchanfragen nach Google Chrome Bugfix. Das ist schon erstaunlich. Es gab auch einige Treffer unter “chrome import firefox nicht möglich”. Was ist da los? Ist der neue Wurf von Google dich nicht so elegant wie es am Anfang ausgesehen hat?

Das generelle Feedback im Web ist auch mehr verhalten als freudig. Insgesamt scheint die Leute inzwischen sehr skeptisch zu sein was Produkte von Google angeht. Die Angst wächst dass Google mit seinen Produkten die Kontrolle über die Informationen im Web erreichen könnte und dies dann eines Tages ausnutzen könnte. Auf der einen Seite ist es toll all diese Dinge geschenkt zu bekommen. Seien wir doch ehrlich, Es ist wie Weihnachten. Die Suchmaschine Google hilft uns im Alltag die Informationen zu finden die wir brauchen,  GMail liefert und unsere Post, der Google Kalender verwaltet unsere Termine, GoogleMaps zeigt uns wo wir hin müssen,  Picasa sortiert unsere Bilder, bei Blogger erzählen wir unsere Geschichten und die ganzen netten Helferlein wie  Google AnalyticsGoogle Webmaster-Tools, Google Labs, Google KeywordTool und vieles mehr helfen uns Webmastern einen besseren Job zu machen. Da kommt ganz schön was zusammen und dabei habe ich noch nicht mal alle aufgezählt. Und jetzt auch noch ein Browser?

Obwohl der Erfolg von Google ausschließlich auf der freiwilligen Benutzung durch die Besucher abhängt, regt sich inzwischen doch deutlicher Widerstand. Der immer weiter um sich greifende Internetgigant scheint, obgleich er uns jeden Tag beschenkt, immer mehr auf den Widerwillen seiner Benutzer zu stoßen. Da muss doch ein Haken sein, vermuten viele. Hat man sich doch jahrzehntelang über die aggressive Marketing-Strategie und Machtgier von Microsoft beklagt und die gehassten Produkte trotzdem jeden Tage brav weiter verwendet, müssten doch eigentlich nun alle vor Freude in die Hände klatschen. Endlich spuckt denen mal jemand in die Suppe! Doch was ist uns diese neuerliche Freiheit wert wenn wir sie am Ende mit der Offenlegung unseres persönlichen Handelns, unseren geheimen Wünschen, Verlangen und Interessen bezahlen müssen? Wir vertrauen Google Dinge an die wir nicht einmal unseren besten Freunden erzählen würden. Google sieht alles, Google weiß alles, Google kennt jeden ganz genau, vielleicht manchmal sogar genauer als wir uns selbst?

Das macht den Menschen Angst. Plötzlich ist die Freiheit nicht mehr so schön wie zuvor angenommen. Man fühlt sich ausgesetzt, durchschaut und verfolgt. Aber ist es wirklich dass was Google will? Nehmen sie vielleicht morgen die Maske ab und dahinter steckt ein neues Microsoft. Sicherheit ist der Preis für Freiheit – das war schon immer so. Microsoft gab uns eine gewisse Sicherheit, wir mochten sie nicht aber man kannte sich aus. Google gibt uns Freiheit aber trotzdem wächst das Mistrauen – Wir sind also den Teufel los, aber an wen haben wir unsere Seele verkauft?

Unter dem Strich würde ich sagen – es wir nie so heiß gegessen wie gekocht wird. Es gibt stetig neue Trends, und Google wird auch an diesen gemessen werden. Google hat keinen Freifahrschein. Google ist abhängig von seinen Benutzern. Machen sie keinen guten Job mehr werden die Benutzer wo anderes hin gehen. Man darf nicht vergessen das es genau diese Tatsache ist die Google erfolgreich gemacht hat. Bill Gates hat mit aller Macht und viel Geld versucht sich in diesen Markt einzukaufen. Es ist ihm bis jetzt nicht gelungen.

Die Eigenbestimmung der Benutzer ist es was Google groß gemacht hat. Und Google sollte nicht vergessen dass diese Eigenbestimmung Google auch schnell zu Fall bringen kann. Wir füttern Google und dafür füttert Google uns. Das ist eine Symbiose – wird der Symbiont zum Schmarotzer stirbt der Wirt vielleicht oder schüttelt den Schmarotzer ab. Hin und wieder ist es vielleicht gut ein wenig vertrauen zu haben. Ansonsten gibt es genug Alternativen – man muss sie nur ergreifen.